Schierlings-Wasserfenchel soll umziehen

Heute haben die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und die Hamburg Port Authority (HPA) einen „Meilenstein auf dem Weg zur Elbvertiefung“ ver­kün­det: Der gefähr­dete Schierlings-Wasserfenchel soll umzie­hen – und dann wird alles gut (im Sinne der Planer). Ob’s stimmt, bleibt abzuwarten…

Das Bundesverwaltungsgericht hatte bekannt­lich die vor­ge­se­hene Ausgleichsmaßnahme „Kreetsand / Spadenlander Busch“ zum Schutz des Schierlings-Wasserfenchels nicht akzep­tiert. Unter ande­rem des­halb hatte das Gericht den Planfeststellungsbeschluss zur Elbvertiefung trotz lei­der grund­sätz­li­cher Billigung für nicht voll­zieh­bar erklärt.

Nun behaup­ten die Planer, denen das Gericht die Möglichkeit der Nachbesserung ein­ge­räumt hat, eine Fläche gefun­den zu haben, auf der der Doldenblütler künf­tig unge­stört und geschützt gedei­hen könne. Allerdings steht das aus­ge­suchte Gebiet – es han­delt sich um die 1991 still­ge­leg­ten Betonbecken des ehe­ma­li­gen Elbwasser-Filtrierwerks Kaltehofe auf der Billwerder Insel – nicht nur unter Denkmalschutz, son­dern es befin­det sich auch mit­ten in einem Naturschutzgebiet, der so genann­ten Auenlandschaft Norderelbe.

Laut amt­li­chem Vorschlag soll das Gebiet mit einem Graben aus der Billwerder Bucht an das Tidegeschehen des Elbstroms ange­schlos­sen wer­den. Ob das so ohne Weiteres zuläs­sig ist, muss aber ebenso noch geprüft wer­den wie die Frage, ob das mit der Tidebeeinflussung auch funk­tio­niert. Und dann käme es drauf an, dass sich der Schierlings-Wasserfenchel tat­säch­lich dort ansiedelt.

Und noch ein Handicap des Vorschlags bleibt zu klä­ren bezie­hungs­weise aus­zu­räu­men: Die Flächengröße des Umzugs-Gebiets im alten Filtrierwerk – etwa sie­ben Hektar – steht in kei­nem Verhältnis zur nicht geneh­mig­ten Maßnahme Kreetsand: Dort waren 42 Hektar als Ausgleich für die geplante Elbvertiefung vor­ge­se­hen. Die Behörden wol­len jetzt für ihren „Meilenstein“ ein Planergänzungsverfahren bean­tra­gen, in dem geprüft wird, ob das Vorhaben zuläs­sig ist und den gericht­li­chen Anforderungen genügt.

Mehr siehe hier: https://rettet-die-elbe.de

Über waterkant

WATERKANT-Redaktion