Klage für mehr Klimaschutz

Ende Mai hat ein Hoteliers-Ehepaar von der Ost­frie­si­schen Insel Lan­ge­oog – gemein­sam mit wei­te­ren Fami­li­en aus fünf EU-Staaten, Kenia und Fidschi – eine Sam­mel­kla­ge gegen die Euro­päi­sche Uni­on ein­ge­reicht. Sie ver­lan­gen, unter­stützt von den NGOs Cli­ma­te Action Net­work Euro­pe, Pro­tect the Pla­net und German­watch, von der EU-Kommission mehr Enga­ge­ment für den Kli­ma­schutz.

Kon­kret ver­lan­gen die Fami­li­en, die sich alle vom Mee­res­spie­gel­an­stieg bedroht sehen, die EU müs­se die CO2-Emissionen stär­ker redu­zie­ren, ins­be­son­de­re das aktu­ell gel­ten­de Ziel einer Emis­si­ons­min­de­rung um 40 Pro­zent bis 2030, bezo­gen auf das Niveau von 1990, sei bei wei­tem nicht genug. Die aktu­el­le Kli­ma­po­li­tik wür­de ihre Grund­rech­te auf Leben und Gesund­heit, auf das Wohl ihrer Kin­der sowie auf Eigen­tum und Berufs­frei­heit ver­let­zen. Pro­zess­ver­tre­ter des Lan­ge­oo­ger Ehe­paars ist der Bre­mer Umwelt­rechts­pro­fes­sor Gerd Win­ter.

Mit der Kla­ge soll die EU gezwun­gen wer­den, ihr Ziel der Reduk­ti­on von Treib­haus­gas­emis­sio­nen so zu ver­schär­fen, dass die­ser Grund­rechts­schutz gewähr­leis­tet ist. Dafür müss­ten die jähr­li­chen Emis­sio­nen um min­des­tens 50-60 Pro­zent, ver­gli­chen mit 1990, redu­ziert wer­den. Die EU müs­se eine akti­ve Rol­le in der euro­päi­schen Kli­ma­schutz­po­li­tik spie­len, sie sei nicht ledig­lich Mode­ra­to­rin von Kon­flik­ten zwi­schen den Mit­glieds­staa­ten, son­dern eine eige­ne Hand­lungs­ebe­ne, die die Grund­rech­te der Men­schen zu schüt­zen habe. Kli­ma­schutz sei ein sub­jek­ti­ves Recht, nicht ledig­lich objek­ti­ves Gebot, das gel­te vor allem für Kin­der, die unter dem Kli­ma­wan­del stär­ker als heu­ti­ge Erwachsenen-Generationen zu lei­den haben und des­halb nicht dis­kri­mi­niert wer­den dür­fen. Bezüg­lich der über­see­ischen Klä­ger wird argu­men­tiert, dass die EU-Grundrechte nicht nur für EU-Bürger gäl­ten, son­dern für alle, die durch das Han­deln – oder Nicht­han­deln – der EU betrof­fen sind.

WATERKANT wird auf das Ver­fah­ren noch detail­lier­ter ein­ge­hen.

Quel­le: Medi­en­be­rich­te und Info Prof. Gerd Win­ter vom 24. Mai 2018

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WATERKANT-Redaktion