Spiekeroog sagt Ja zum Nationalpark

Der Gemein­de­rat der ost­frie­si­schen Insel Spie­ker­oog hat sich Mit­te März in einem ein­stim­mi­gen Beschluss gegen jeden etwai­gen Ver­such ver­wahrt, die Zuge­hö­rig­keit zum Natio­nal­park Wat­ten­meer in Fra­ge zu stel­len: Anlass war ein ent­spre­chen­der Vor­stoß sei­tens der Bal­tru­mer CDU vom Herbst 2018.

Im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res klang es noch wie ein schlech­ter Witz: Die Bal­tru­mer CDU hat­te beschlos­sen, die Insel Bal­trum möge aus dem Natio­nal­park Wat­ten­meer aus­tre­ten. Schon bald muss­te man zurück­ru­dern: inhalt­lich und juris­tisch war der Beschluss nicht zu
hal­ten. Den­noch kenn­zeich­ne­te die­ser Vor­gang den Beginn einer vor allem von Kon­ser­va­ti­ven der Kom­mu­nal­po­li­tik sowie der Jäger­schaft auf den Ost­frie­si­schen Inseln getra­ge­nen Kam­pa­gne, den Natio­nal­park in Fra­ge zu stel­len und sei­ne nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den Tou­ris­mus und die angeb­lich so frei­heits­lie­ben­de Lebens­art der Insel­be­völ­ke­run­gen zu beschwö­ren.

Dem hat nun der Gemein­de­rat der Insel Spie­ker­oog Mit­te März ein­stim­mig die „Spie­ker­oo­ger Erklä­rung zum Natio­nal­park“ ent­ge­gen gestellt. Der Schutz des Wat­ten­mee­res als Natio­nal­park und sei­ne Aner­ken­nung als Welt­na­tur­er­be sei­en „ein Gewinn für die Natur, für den Tou­ris­mus und für sei­ne Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner“, heißt es dar­in. Die Insel­ge­mein­schaft sei sich „ihrer Ver­ant­wor­tung für die­ses Klein­od bewusst“. Das beson­de­re Selbst­ver­ständ­nis Spie­ker­oogs ver­bin­de sich vor­treff­lich mit den Schutz­zie­len des Natio­nal­parks und schaf­fe idea­le Vor­aus­set­zun­gen für eine part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit in bei­der­sei­ti­gem Inter­es­se zum Erhalt der natür­li­chen und kul­tu­rel­len Wer­te der Insel.

Es liegt in der Natur der Sache“, heißt es in der Erklä­rung, „dass es zu ein­zel­nen Sach­fra­gen unter­schied­li­che Sicht­wei­sen und teil­wei­se auch unter­schied­li­che Inter­es­sen zwi­schen Nationalpark-Verwaltung und Gemein­de­rat gab und auch immer geben wird. Die­se Sach­fra­gen konn­ten in der Ver­gan­gen­heit kon­struk­tiv und weit­ge­hend ein­ver­nehm­lich geklärt wer­den und der Gemein­de­rat ist sich sicher, dass das auch in Zukunft in die­sem Sin­ne part­ner­schaft­li­cher Zusam­men­ar­beit gelin­gen wird.“ Mit der „Spie­ker­oo­ger Erklä­rung“ bestär­ke der Gemein­de­rat die bereits 2009 for­mal mit der Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung besie­gel­te Nationalpark-Partnerschaft „und erklärt sei­ne
Absicht, die­se in Zukunft wie­der mehr mit Leben zu fül­len.“ (ch)

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WATERKANT-Redaktion