2012 / 03 – Sorge um Schweinswale

Schweinswale und der Lärm von

Offshore-Rammarbeiten: unverträglich?

Das Aufsehen erregende Schweinswal-Sterben in der Nordsee macht die heute erschienene Herbst-Ausgabe der nicht-kommerziellen Zeitschrift WATERKANT überraschend aktuell: Das Heft befasst sich unter anderem mit Bemühungen des Umweltbundesamts (UBA), Grenzwerte für den bei Offshore-Rammarbeiten entstehenden Lärm zu verbessern. Weil der entsprechende Artikel auch Hinweise auf diesbezügliche Versuche an lebenden Schweinswalen beinhaltet, begleitet ihn ein kritischer Kommentar der Heftredaktion: WATERKANT ruft darin auf zur Diskussion über die ohnehin zweifelhafte Umweltverträglichkeit der Offshore-Windkrafttechnik.

Es müsse diskutiert werden, ob nicht das Vorsorgeprinzip zwingend gebiete, auf solche Installationen solange zu verzichten, bis deren Verursacher ihre Unschädlichkeit vorab nachgewiesen haben, heißt es dazu. „Tierversuche”, schreibt Redakteur Burkhard Ilschner, „sollten … Anlass sein, diesem großindustriellen Angriff auf unsere Meere das Prädikat ‚ökologisch‛ endlich abzuerkennen”. Eine Reportage über den entstehenden Windpark „Riffgat” rundet das Thema „Offshore-Windkraft” in der aktuellen WATERKANT ab.

Auch ein weiterer Beitrag der Vierteljahreszeitschrift für „Umwelt + Mensch + Arbeit in der Nordseeregion” (Untertitel) ist hochaktuell: Das Blatt beschreibt einmal mehr die skurrilen Versuche, den neuen JadeWeserPort (JWP) in Wilhelmshaven trotz aller Mängel, Skandale und Zweifel zu loben und zu feiern. Die Entwicklung gibt der WATERKANT bisher recht, denn seit der Show-Einlage der „Mærsk Laguna” zur Eröffnungsfeier am 21. September haben bis heute nur zwei mittelgroße Containerschiffe die neue Kaje angelaufen. Meist dümpelt dort das Wrack der „MSC Flaminia” einsam vor sich hin – ihre Havarie und ihre Giftfracht sind ein weiteres Thema der neuen Ausgabe. Das Heft befasst sich ferner in jeweils zwei Artikeln sowohl mit Plastikmüll im Meer als auch mit der umstrittenen CCS-Technologie, außerdem mit Atomtransporten via Nordenham sowie mit der Meeresschutz-Rahmenrichtlinie (MSRL).

Das Projekt WATERKANT erscheint mittlerweile im 27. Jahrgang und wird herausgegeben von einem Förderkreis, der ohne öffentliche oder kommerzielle Zuwendungen ausschließlich von Förderern und Spendern finanziert wird; der überwiegende Teil der Heftproduktion wird weiterhin ohne Bezahlung geleistet: „Unsere Unabhängigkeit ist unser wertvollstes Kapital”, unterstreicht Vorstandsmitglied Peter Ullrich.