2014 / 01 – Meeresausbeutung: Aber bitte „nachhaltig“!

European Mari­ti­me Day“ 2014 in Bre­men:

Mee­res­aus­beu­tung – aber bit­te „nach­hal­tig“!

Bereits zum sieb­ten Male ver­an­stal­tet die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on den „European Mari­ti­me Day“ (EMD – Euro­päi­scher Tag der Mee­re), im Mai die­ses Jah­res in Bre­men. Die unab­hän­gi­ge mari­ti­me Zeit­schrift WATERKANT wid­met in ihrer März-Ausgabe, die heu­te erscheint, die­sem geplan­ten Event aus Fach­mes­se, Kon­gress und Volks­fest einen kri­ti­schen Schwer­punkt.

Es geht nicht um den Schutz der Mee­re, es geht um ihre Aus­beu­tung, auch wenn die­ser zeit­geist­ge­mäß das hüb­sche Eti­kett ‚nach­hal­tig‘ auf­ge­klebt wird“, schreibt das Blatt in einer Gesamt­ein­schät­zung. Das wer­de durch die Pha­lanx der Unter­stüt­zer – vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur bis zum Bre­mi­schen Sena­tor für Wirt­schaft, Arbeit und Häfen – eben­so deut­lich wie durch die The­men der geplan­ten Work­shops: Mari­ti­me Tech­no­lo­gi­en, Ressourcen- und Sicher­heits­fra­gen stün­den im Vor­der­grund, nicht Mee­res­um­welt­schutz.

Die WATERKANT hin­ter­fragt nicht nur die Inten­tio­nen der Ver­an­stal­ter und kri­ti­siert ihre Ide­en vom „blau­en Wachs­tum“, sie beschreibt auch die Initia­ti­ve zu einer orga­ni­sier­ten Oppo­si­ti­on: Unter dem Mot­to „Ein ande­res Meer ist mög­lich!“ orga­ni­siert ein brei­tes Bünd­nis zivil­ge­sell­schaft­li­cher Grup­pen unter ande­rem aus Mee­res­schutz, Entwicklungs- und Migra­ti­ons­hil­fe auf Ein­la­dung des Bre­mer Pro­jekts „fair oce­ans“ einen Gegen­kon­gress zum EMD.

Die Zeit­schrift für „Umwelt + Mensch + Arbeit in der Nord­see­re­gi­on“ (so der Unter­ti­tel der WATERKANT) stellt dar­über hin­aus eine umfang­rei­che Unter­su­chung zu „Atom­müll in den Mee­ren und an den Küs­ten“ vor – ein Jahrtausend-Problem, wes­halb der aktu­el­le WATERKANT-Beitrag auch nicht mehr als eine Zwi­schen­bi­lanz sein kann.

Nicht ganz so lang­wie­rig, aber momen­tan noch ohne abseh­ba­res Ende ist das drit­te grö­ße­re The­ma in der März-WATERKANT: „Munitions- und Kampfstoff-Altlasten in Ost- und Nord­see“, zwei Bei­trä­ge befas­sen sich zum einen mit dem jüngs­ten HELCOM-Bericht, zum ande­ren mit aktu­el­len Strand­fun­den.

Wei­te­re The­men des März-Hefts sind der Streit um den Offshore-Windpark „Buten­diek“ sowie um die geplan­te Kaliabwässer-Pipeline zur Nord­see.

Sand­stedt / Ems­det­ten, den 31. März 2014