2009 / 04 – Hafenerweiterung Brake

Hafen­er­wei­te­rung in Brake ver­schleu­dert Steuermillionen“

Eine „maß­lose Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern“ nennt der För­der­kreis WATERKANT e. V. die neue Kaje des See­ha­fens Brake, die heute vom nie­der­säch­si­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Chris­tian Wulff (CDU) offi­zi­ell ein­ge­weiht wird. Knapp 40 Mil­lio­nen Euro öffent­li­cher Gel­der zu ver­bauen für die Nor­der­wei­te­rung eines Hafens mit seit Jah­ren sta­gnie­ren­dem Umschlag sei ein poli­ti­scher Skan­dal, argu­men­tiert der gemein­nüt­zige Ver­ein, der sich als Her­aus­ge­ber der ehren­amt­lich pro­du­zier­ten Zeit­schrift WATERKANT das Motto „Umwelt + Mensch + Arbeit in der Nord­see­re­gion“ gege­ben hat.

In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren seien mit nur gerin­gen Schwan­kun­gen jähr­lich zwi­schen fünf und sechs Mil­lio­nen Ton­nen Güter über die bis­her 1,7 Kilo­me­ter Länge mes­sende Kaje gegan­gen, beruft sich der För­der­kreis WATERKANT auf amt­li­che Sta­tis­ti­ken, im Schnitt lägen da zwei Schiffe pro Tag und nur sel­ten habe eines davon eine Länge von mehr als 200 Metern: „Das kann keine logis­tisch unlös­bare Auf­gabe sein – und gibt einer Erwei­te­rung um jetzt 270 Kajen­me­ter einen üblen Beigeschmack.“

Aktu­ell sei der Umschlag im Bra­ker Hafen kri­sen­be­dingt um knapp ein Drit­tel wei­ter ein­ge­bro­chen, seit Ende 2006 sei immer wie­der par­ti­elle Kurz­ar­beit ange­ord­net und gerade bis Jah­res­ende ver­län­gert wor­den: Nach Ansicht des Umwelt– und Meeresschutz-Blattes WATERKANT sollte die jet­zige Hafen­er­wei­te­rung ebenso wie eine bereits in Pla­nung befind­li­che zusätz­li­che Aus­bau­stufe ein Fall für Rech­nungs­prü­fer und mög­li­cher­weise auch Gerichte sein. Dies umso mehr, als sei­ner­zeit der Bau­be­ginn für die Erwei­te­rung ohne­hin auf juris­tisch töner­nen Füßen gestan­den habe: „Es gab Fach­leute, die hiel­ten den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss bereits für über­holt und ungültig.“

 

 

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