2009 / 05 – Protest gegen Schlickdeponie

Protest gegen geplante Baggerschlick-Deponie im Nationalpark Wattenmeer

Pläne der Rheiderländer Deichacht (Ostfriesland) und des niedersächsischen Umweltministers Hans-Heinrich Sander (FDP), mitten in einem der wertvollsten Vogelschutzgebiete im Nationalpark Wattenmeer Baggerschlick aus der Ems abzulagern, stoßen auf heftigen Protest: Der Förderkreis WATERKANT berichtet in der aktuellen Herbstausgabe seiner gleichnamigen Zeitschrift über ein entsprechendes Vorhaben zwischen den Ortschaften Pogum und Dyksterhusen im südöstlichen Dollart.

Dem Bericht zufolge plant die Deichacht mit Genehmigung Sanders‛ ein so genanntes Pilot-Projekt, bei dem Baggergut aus der ständig neu veschlickenden Ems nicht mehr aufwändig vor Borkum verklappt, sondern künftig per Pipeline vor der Dollart-Küste aufgespült werden soll. Das vorgesehene Deponie-Gebiet liegt aber in der sensibelsten Schutzzone des gerade von der UNESCO zum „Weltnaturerbe“ erklärten Nationalparks Wattenmeer. Zudem gehöre gerade dieses Deichvorland am Dollart zwischen Pogum und Dyksterhusen zu den wertvollsten Vogelschutzgebieten entlang der Nordseeküste, zitiert Autor Thomas Schumacher lokale Vogelschutzexperten wie den Leeraner Klaus Gerdes. WATERKANT kritisiert zudem, dass es gegen die beschriebenen bislang keinen nennenswerten Widerstand von etablierten Naturschutzverbänden oder Medien gebe.

„Jahrelange Vertiefungen“, sagt Schumacher, „vor allem zu Gunsten der Papenburger Meyer Werft haben die Ems zu einer Kloake gemacht“. Aber statt mit wirksamen Maßnahmen für weniger Schlick zu sorgen, hätten die Behörden die Entwicklung außer Kontrolle geraten lassen, die ökologischen Folgen seien verheerend: „Die Kosten der Baggerungen und der Endlagerung des Schlicks steigen ins Astronomische.“ Da erscheine eine Aufspülung als billige Lösung – und die lokale wirtschaftliche Macht der Meyer Werft sorge für Verschweigen oder Verharmlosung der Folgeprobleme durch lokale Behörden und Medien. „WATERKANT will überregionale Aufmerksamkeit erreichen in der Hoffnung, diesen Irrsinn durch Druck von außen stoppen zu können.“