2010 / 01 – Werra-Weser-Entsalzung

„K+S muss Streusalz-Extraprofite für Werra, Weser und Nordsee einsetzen!“

WATERKANT for­dert den Kasseler Salz- und Düngemittelkonzern K+S auf, seine durch den lan­gen Winter und den dras­tisch höhe­ren Streusalz-Absatz erwirt­schaf­te­ten Extraprofite öko­lo­gisch sinn­voll ein­zu­set­zen: „Einem ver­schärf­ten Engagement des Konzerns zur umge­hen­den Vermeidung der salz­hal­ti­gen Abwassereinleitungen in Werra, Weser und Nordsee steht nun nichts mehr im Wege“, meint der Förderkreis WATERKANT, Herausgeber der gleich­na­mi­gen Meeresschutz-Zeitschrift.

WATERKANT stützt seine Forderung auf die Angaben von K+S, dass die rund zwölf Millionen Kubikmeter Salzwasser, die der­zeit jähr­lich in die Werra gepumpt wer­den, bis 2015 auf allen­falls sie­ben Millionen redu­ziert wer­den könn­ten: „Weitergehende Maßnahmen nannte der Konzern bis­lang ‚wirt­schaft­lich nicht ver­tret­bar‘. Mit Hilfe der Streusalz-Extraprofite könnte Werra, Weser und Nordsee also deut­lich schnel­ler gehol­fen wer­den als inner­halb von fünf lan­gen Jahren“, argu­men­tie­ren die Meeresschützer.

Angesichts der extre­men Nachfrage der Kommunen und Landkreise nach Streusalz gegen die uner­war­te­ten Winter-Folgen habe K+S seine sonst übli­che Tagesproduktion der­zeit um fast 50 Prozent gestei­gert, stützt sich WATERKANT auf Zahlen des Kasseler Streusalzanbieters: „Bis Mitte Januar hat­ten die Kunden bereits mehr Streusalz bestellt als sonst im gesam­ten Winter. Börsenkreise jubeln bereits über den uner­war­te­ten Anstieg der Konzern-Aktie. In einer sol­chen Situation ver­bie­tet sich jedes Zögern – und auch jede Ablenkungsdebatte etwa über eine Nordsee-Pipeline, die das Problem nur ver­la­gern würde.“ Jetzt müsse öffent­li­cher Druck auch und gerade von den Behörden den Konzern zum Einlenken zwin­gen, um die Salzwassereinleitungen in die Werra quan­ti­ta­tiv und schnel­ler als geplant zu redu­zie­ren. Schließlich seien die aktu­el­len Extraprofite nahezu aus­schließ­lich aus Steuergeldern der Kommunen und Landkreise bezahlt.

Der Förderkreis WATERKANT legt Wert auf die Feststellung, dass die­ser Vorstoß kei­nes­falls als Rechtfertigung für den teil­weise plan- und maß­lo­sen Streusalzeinsatz ver­stan­den wer­den dürfe: „Was man­che Kommunen in den ver­gan­ge­nen Wochen der Natur und der Umwelt, aber auch ihren eige­nen Straßen ange­tan haben, muss vor den nächs­ten Wintern ein­ge­hend erör­tert und über­prüft wer­den. Jetzt aber sind die Salzmengen ver­streut und bezahlt – und die K+S-Kassen klin­geln sich blöde. Das muss Werra, Weser und Nordsee zugute kommen!“