2011 / 02 – Hilfe für Somalia

Keine Kanonenbootpolitik gegen Piraten, sondern internationale Wiederaufbau-Hilfe“

Mit einem enga­gier­ten Plä­doy­er für ein inter­na­tio­na­les Hilfs­pa­ket gegen die Pira­te­rie am Horn von Afri­ka star­tet die meeres- und umwelt­po­li­ti­sche Zeit­schrift WATERKANT in ihren 26. Jahr­gang. „Wenn der Wie­der­auf­bau einer Zivil­ge­sell­schaft aus den Rui­nen jah­re­lan­ger Hun­gers­nö­te, Bür­ger­krie­ge und Clan-Fehden nicht bald gelingt“, schreibt Autor und Vor­stands­mit­glied des Her­aus­ge­ber­ver­eins Peter Ull­rich, „wird sich die Situa­ti­on … nur ver­schlim­mern.“ Zu befürch­ten sei gar, warnt Ull­rich vor einer neu­en „inter­na­tio­na­len Kano­nen­boot­po­li­tik“, dass die Anwe­sen­heit von immer mehr Kriegs­schif­fen die Pira­ten antrei­ben kön­ne, „ihr Akti­ons­ge­biet wei­ter in Rich­tung Asi­en aus­zu­deh­nen“.

Die 40 Sei­ten star­ke Frühjahrs-Ausgabe der WATERKANT befasst sich auch mit der Debat­te um die Abwäs­ser aus der Kalidünger-Herstellung der K+S Kali GmbH und for­dert, das Pro­blem vom Ver­ur­sa­cher auf eige­ne Kos­ten lösen zu las­sen: Eine Abwasser-Rohrleitung ins Wat­ten­meer müs­se ver­hin­dert wer­den, mahnt das Blatt gemein­sam mit der „Werra-Weser-Anrainerkonferenz e. V.“ (Wit­zen­hau­sen) als „der­zeit letz­tem Wider­stands­hort gegen die Pipe­line“.

Wei­te­re The­men der aktu­el­len WATERKANT sind die Aus­ein­an­der­set­zung um die geplan­te Reform der Wasser- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung des Bun­des – dies­mal mit Dis­kus­si­ons­bei­trä­gen von Abge­ord­ne­ten der Grü­nen (Vale­rie Wilms) und der Links­par­tei (Her­bert Beh­rens) – sowie ein kri­ti­scher Blick auf den mas­si­ven Aus­bau der Offshore-Windkraft, deren „groß­in­dus­tri­el­ler Auf­wand ihren heh­ren Anspruch“ kari­kie­re.

Der Absturz des „Beluga“-Reeders Niels Stol­berg spielt im 101. Heft der WATERKANT eben­so eine Rol­le wie der Streit um Schiffs­treib­stof­fe und ihre Emis­sio­nen oder um die RWE-Dea-Plattform „Mit­tel­pla­te“ im schleswig-holsteinischen Wattenmeer-Nationalpark. Der Ems-Zerstörung für die Mey­er Werft, Methan als ris­kan­tem Ener­gie­trä­ger, dem Not­schlep­per „Nor­dic“ und der geplan­ten Feh­marn­bel­t­que­rung sind wei­te­re Arti­kel gewid­met.

Um Unter­stüt­zung schließ­lich wirbt die WATERKANT für eine geplan­te Akti­on der Arbeits­stel­le Agrar­han­del und Fische­rei des Evan­ge­li­schen Ent­wick­lungs­diens­tes (EED) und des Ver­eins für Inter­na­tio­na­lis­mus und Kom­mu­ni­ka­ti­on (Int­Kom, Bre­men), die im Som­mer die­ses Jah­res eine Grup­pe west­afri­ka­ni­scher Fische­rIn­nen die deut­schen Küs­ten berei­sen las­sen möch­ten, um vor Ort über gemein­sa­me Pro­ble­me und Wech­sel­wir­kun­gen zu debat­tie­ren.