Hintergrund zum BWK-Artikel (2):

Ein Blick auf die Emissionen der BWK

Wollwäsche, Wollverarbeitung (Kämmen), Wollveredlung (Carbonisierung, Filzfreiverfahren) sowie der Bereich Chemiefaserproduktion und -verarbeitung führen nicht nur zu einer ansehnlichen Produktpalette, die das Blumenthaler Werk der Bremer Woll-Kämmerei (BWK) sauber verpackt, gewogen und buchhalterisch genauestens erfaßt verlassen, sondern auch zu einem stattlichen Volumen an Abwässern, Ablüften, Abfällen und Reststoffen.

Besonders erwähnenswert sind dabei neben der Abluft der Anlage zur Eindampfung und Verbrennung des Wollwaschwassers (EFA) auch die Filter- und Ascherückstände dieser Anlage. Während die organischen Schafbehandlungsmittel in der Hochtemperaturverbrennung zum größten Teil zersetzt werden, verbleiben anorganische Behandlungsmittel, wie z.B. Arsenverbindungen, in den Schlacken, die damit ein Fall für die Untertagedeponie werden. Immerhin wird mittlerweile aus den Filter-Stäuben Soda und Pottasche für die Wollwäsche zurückgewonnen sowie das in den Gaswäschern anfallende Ammoniumsulfat zur Stickoxidminderung in der Verbrennungsanlage eingesetzt.

Die Kläranlage für das Spülwasser der Wolle und die restlichen Betriebsabwässer produziert neben der oftmals schwankenden Zusammensetzung der Schmutzwasserfracht in die Weser auch ein ansehnliches Quantum Klärschlamm pro Tag. Gerade dieser Klärschlamm bereitete der BWK immer wieder arge Probleme bei der "Entsorgung". Trotz umfangreicher Versuche mit der Verbringung in die Landwirtschaft landete dieser mit Kalk und anderen Zusätzen stabilisierte Schlamm immer wieder auch auf der Deponie Schönberg in West-Mecklenburg, da niemand gerne diese schlecht zu entwässernde und glibbrige Masse annehmen will.

Eine weitere Besonderheit bilden die Rückstände aus der Wollfettaufbereitung, in der ein Teil der Pestizide ausgeschleust wird. Sie werden nach einer Genehmigungserweiterung für die EFA in selbiger mitverbrannt.

Trotz der Restgehalte an Pestiziden werden die bei der Wollverarbeitung anfallenden Wollreste in die Landwirtschaft gegeben, obwohl bereits seit Jahren beabsichtigt ist, diese ebenfalls in der EFA mitzuverbrennen. Bei den Wollstäuben gerät ein Teil über Sandfänge in der Wollwäsche als Sandfangschlamm auf die Deponie. Hinzu kommt noch ein erheblicher Anteil an Abfällen aus der Chemiefaserproduktion inklusive der dort ge- und verbrauchten organischen Lösemittel. Unerwähnt sollte allerdings nicht bleiben, daß in den vergangenen zehn Jahren bei der Abwasserbehandlung als auch bei der Produktion und Aufbereitung von Abfällen erhebliche Verbesserungen erzielt wurden.


© WATERKANT, ISSN 1611-1583, Heft 4-1994,
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