Ob das "Eurotunnel" genannte Riesenloch quer unter dem Ärmelkanal bei Erscheinen dieses Heftes tatsächlich schon in Betrieb gegangen ist, wissen wir derzeit noch nicht. Sicher ist aber, daß es das mit Abstand teuerste Loch Europas sein dürfte.
Und es ist damit auch ein wunderschönes Beispiel für den Unsinn, ums Verrecken irgendwo Trassen, Tunnel und Pisten zu bauen, wo normale Menschen sie nicht brauchen, sondern nur eine auf Transportsekunden und Transportkostenpfennige schielende Industrie (Wesertunnel und Öresundquerung und Fehmarnbelttunnel und viele andere Projekte seien gegrüßt). Ganz zu schweigen von der Idiotie, solche Projekte privaten Bau- und Betriebsgesellschaften mit großen Banken dahinter zu überlassen, die ihrerseits nur wieder an schnellen Profiten interessiert sind (schöne Grüße ergehen hier an die Bundesregierung und ihren Verkehrsminister Wissmann).
Der Ärmelkanaltunnel war Ende Januar nach mehrfachem Aufstocken seines Betriebskapitals mit 21, 5 Milliarden Mark verschuldet. Auf sechs Milliarden Mark hatten seinerzeit die Schätzungen gelautet. Und damit überhaupt eine leise Chance besteht, daß das Geld (mit Zinsen) je zurückgezahlt wird, mußte die Konzession gerade von 55 auf 65 Jahre verlängert werden. Ach, ja: Etwa weitere drei Milliarden Mark fehlen noch in der Kasse - wegen gestiegener Baukosten...
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